Regie: Christopher Nolan
Schauspieler: u.a.: Guy Pierce (The King’s Speech), Carrie-Anne Moss (Matrix), Joe Pantoliano (Daredevil), Jorja Fox(CSI), Stephen Tobolowsky (Glee)
Trivia:
Beim Sundance Festival gewann der Independent-Film den ersten Preis
Das Drehbuch lehnte der Regisseur von „Inception“ und „Batman- The Dark Knight“ an eine Kurzgeschichte mit dem Namen „Memento mori“ an, die sein Bruder Jonathan Nolan schrieb.
Bewertung:
5 von 5
Das Drehbuch lehnte der Regisseur von „Inception“ und „Batman- The Dark Knight“ an eine Kurzgeschichte mit dem Namen „Memento mori“ an, die sein Bruder Jonathan Nolan schrieb.
Bewertung:
5 von 5
„Ich kann mir nicht merken, dich zu vergessen.“
Ein Kopfschuss, blutige Kacheln. Das zeigt das Polaroid, welches die Eröffnungsszene und Schauplatz für die Nennungen der wichtigsten Mitwirkenden darstellt. Nach mehrmaligem Schütteln erblassen die Farben des Polaroids, bis es schließlich als leeres Fotopapier zurück in die Kamera gleitet, die Szene läuft rückwärts – der scheinbare Protagonist begeht einen Mord. In umgekehrt chronologischer Reihenfolge zeigen die folgenden Szenen schrittweise rückwärts die Geschichte des ehemaligen Versicherungsermittlers Leonard Shelby, der nach dem brutalen Mord an seiner Frau sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat und nur noch mit Hilfe von Notizen und Polaroids durch seinen Alltag kommt, denn er kann sich keine Person, kein Gespräch und keine Orte mehr merken. Doch sein wichtigstes Streben und die bedeutsamsten, in akribischer Kleinstarbeit erworbenen Fakten hat er sich nicht nur auf Post-its notiert, sondern sich auf seinen Körper tätowieren lassen: Er will trotz der Amnesie seine Frau rächen, ihren Mörder finden und ihn töten. Ein Vorhaben, welches mit dem Auftakt des Films erreicht zu sein scheint. Und doch fügen die rückwärts angeordneten Szenen immer neue Teile zu einem düsteren Puzzle hinzu, und Zusammenhänge werden durch jeden weiteren Schritt in die Vergangenheit mit einem neuen Licht beleuchtet. Ebenso undurchschaubar sind die Barkellnerin Natalie und der zwielichtige Teddy. Wollen sie Leonard helfen oder verfolgen auch sie einen dunklen Plan? In schwarz-weißen Zwischensequenzen erzählt Shelby von seinem letzten Versicherungsfall, einem Sammy Jenkis, der die selbe Erkrankung hat und es nicht geschafft hat, durch Konditionierung und Nachrichten an sich selber zu überleben und dadurch eine tragische Geschichte erleben musste.
Mehr sollte man über den Film auch nicht wissen, um die vollkommene Raffinesse genießen zu können, die Christopher Nolan in „Memento“ kreiert. Der Master of Mindfuck hält den Zuschauer bewusst auf demselben Wissensstand wie seinen Protagonisten, was voreilige Schlüsse oder Ahnungen in Bezug auf die folgende Handlung unmöglich macht. Nolans verschachtelte Noir-Kopfnuss ist hart und ohne Gnade und vermittelt dem Zuschauer treffsicher das Gefühl, nicht fähig zu sein, sich an Vorangegangenes zu erinnern und welch fatale Folgen das haben kann. Denn man befindet sich permanent einer Handlung ausgesetzt, deren Vorgeschichte unbekannt ist, was es unmöglich macht, Bezüge herzustellen und Vorgänge richtig zu interpretieren. Das Spiel mit Facetten ist originell und ambivalent, ebenso wie die Charaktere, deren Schauspieler, besonders Carrie-Anne Moss und Joe Pantoliano in den Nebenrollen als Natalie und Teddy, überzeugen. Guy Pierce zeigt einen verlorenen und überforderten Leonard Shelby, gefangen in dem vernetzten Konstrukt aus Intrigen und Finten und seiner eigenen Obsession, die er selber nie und wenn, nur für Sekunden zu durchschauen vermag.
Eine ruhige Kamera zeigt Nolan-typisch intensive Close-ups, von denen der Film lebt. Mir ist besonders aufgefallen, dass die Bilder kaum durch akustische Effekte unterstützt werden, und keiner brachialen Filmmusik bedürfen. Dadurch wird keine künstliche Stimmung erzeugt, alles ist stattdessen sehr faktenbasiert und gleichzeitig besonders intensiv. Die angenehme, fast beiläufig und häufig auch über die Handlung überrascht klingende Stimme des Protagonisten aus dem Off, macht den Sound des Films aus.
Fazit: Eine Reise, die für Fans des intelligenten Twists mit einer Spur Düsternis immer einen Ausflug wert ist.

Der Film ist wirklich klasse, für Filmfans ein muss. Dies war auch endlich mal ein Film wo man nicht direkt den Handlungsstrang hervorsehen konnte. Ich mag generell solche intelligenten und teilweise auch verrückten Filme und "Memento" ist definitiv einer dieser Sorte.
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