Mittwoch, 11. April 2012

Die besten Filmcharaktere aller Zeiten

Die folgenden Charaktere sind die, die mir auch noch nach langer Zeit im Gedächtnis geblieben sind. Ich weiß noch nicht, ob es eine Top 50, Top 100 oder eine noch längere Liste wird.
Hier ist auf jeden Fall schon mal Teil eins meiner Reihe:


Die besten Filmcharaktere aller Zeiten




Rorschach/Walter Kovacs
Watchmen
Gespielt von: Jackie Earle Haley (2009)

Der faszinierende Psychopath Rorschach gehört zu der selbsternannten und durchaus fragwürdigen Heldenorganisation Watchmen. Obwohl er großen Hass gegen Verbrecher hegt, die Unschuldigen Leid zufügen, ist er nicht minder brutal. Außerdem ist er äußerst intelligent und bezeichnet seine Maske, die ein sich ständig transformierendes Rorschachmuster zeigt, als sein „Gesicht“, da Rorschach, und nicht seine bürgerliche Identität Walter Kovacs, sein wahres Ich ist.  



Peter Parker/ Spiderman
Spiderman
Gespielt von: Tobey Maguire (ab 2002) und Andrew Garfield (2012)

Ein netter Nerd von nebenan und manchmal eben auch ein Superheld im rot-blauen Gymnastikanzug. Den sanftmütigen Peter Parker und den schlagfertigen Spiderman muss man einfach mögen.





Leonard Shelby
Memento
Gespielt von: Guy Pearce (2000)

In einem Geflecht aus Notizen, einem verlorenen Kurzzeitgedächtnis und der ständigen Suche nach Rache hofft man ständig mit Leonard Shelby, dass sich seine Krux auflöst. Und am Ende ist es seine dunkle Seite und Ambivalenz, die ihn so interessant macht.


Carl Fredricksen
Oben
Animiert (2009)

Kaum eine Figur hat das Herz so sehr erwärmt wie der grimmige Mr. Friedricksen, der nach seiner verlorenen Liebe zum Eigenbrötler wird und erst durch den kleinen und unfassbar niedlichen japanischen Pfadfinder Russel das Lebensglück wiederfindet.


Colonel Hans Landa
Inglourious Basterds
Gespielt von: Christoph Waltz (2009)

Warum ist ein psychotischer Nazi-Offizier in dieser Liste? Weil er in einer der besten Szenen aller Zeiten eine undurchdringliche Spannung aufbaut und einen der besten Dialoge ausfüllt, die Tarantino je erschaffen hat. Und weil er einfach ein eiskalter, selbstsüchtiger Motherfucker ist.  




Pan
Pan's Labyrinth
Gespielt von: Doug Jones (2006)

Ein fantastischer Film und ein unergründlicher Charakter, der als großes Fabelwesen der jungen Ofelia die Macht der Fantasie zeigt. Fatalistisch und romantisch zugleich – eine unvergessliche Figur.



Anton Chigurh
No Country for old Men
Gespielt von: Javier Bardem (2007)

Allein schon wegen der Frisur bleibt der psychotische Killer mit dem Bolzenschussgerät und dem Münzenwurf im Kopf. Das Besondere: Trotz des Beatles-Gedächtnis-Pilz auf dem Kopf ist er einer der tödlichsten und angsteinflößendsten Mörder der Filmgeschichte.


Donnie
Donnie Darko
Gespielt von: Jake Gyllenhaal (2001)

Schizophren und zeitreisend bewegt sich der Schüler Donnie Darko in einer verwirrenden Mischung aus Familendrama, Coming-of-Age-Komödie, Psychothriller und Lovestory. Und verliert dabei trotz seines unabwendbaren Schicksal nie seinen Humor.





Patrick Bateman
American Psycho
Gespielt von: Christian Bale (2000)

Er braucht morgens länger im Bad als eine Horde Models vor dem Catwalk, er ist besser in Form als ein Olympiasportler und er ist der Inbegriff der gepflegten Yuppie-Popkultur zur Blütezeit der Wallstreet. Und er hat die Köpfe seiner Dates im Kühlschrank.  





Juno MacGuff
Juno
Gespielt von: Ellen Page (2007)

Das coolste schwangere Teenagermädchen mit einem Burger-Telefon braucht natürlich einen Platz in meiner Liste.



Die Braut
Kill Bill
Gespielt von: Uma Thurman (2003)

Rache ist ein Gericht, dass am besten kalt und von einer kompromisslosen, gelben Killerin mit einem Katana serviert wird.



Alex DeLarge
A Clockwork Orange
Gespielt von: Malcolm McDowell (1971)

Wer Alex in Aktion gesehen hat, kann sich das fröhliche Lied „I'm singing in the Rain“ nicht mehr ohne ein flaues Gefühl im Magen anhören. Deswegen hält sich das Mitleid, als der Spieß umgedreht wird, auch bei so manchem in Grenzen.


Edward
Edward mit den Scherenhänden
Gespielt von: Johnny Depp (1990)

Der bittersüße Edward als modernes Frankenstein'sches Monster und sein kurzer und trauriger Ausflug in die Gesellschaft rühren immer wieder zu Tränen.



Der Dude
The Big Lebowski
Gespielt von: Jeff Bridges (1998)

Wer im Supermarkt eine Packung Milch aus dem Regal nimmt, sie auf dem Weg zur Kasse trinkt und dann auf die 60 Cent einen schmierigen Scheck aus der Bademanteltasche ausstellt, ist einfach mal der lässigste Mensch der Welt. Wäre jeder ein bisschen mehr wie der Dude, wäre die Welt gleich friedlicher.





Butch
Pulp Fiction
Gespielt von: Bruce Willis (1994)

Der Boxer Butch Coolindge linkt Obergangster Marcellus Wallace und gerät in eine Tarantino-typische, geradezu unglaubliche Situation, aus der er sich ebenfalls Tarantino-typisch mit einem Katana herauskämpft und am Ende mit einem Chopper flieht. „Zed is dead, Baby. Zed is dead.“





Holly Golightly
Frühstück bei Tiffany's
Gespielt von: Audrey Hepburn (1961)

Die süßeste Versuchung, seit es naive und hübsche Singleladies gibt, die einen ausgeprägten Hang zu Parties, Diamanten und Prada haben. Sicher hat Autorin Candace Bushnell bei ihrem Entwurf der Carrie Bradshaw mehr als einmal diesen Film gesehen.





Hannibal Lecter
Das Schweigen der Lämmer
Gespielt von: Brian Cox (1986), Anthony Hopkins (1991) und Gaspard Ulliel (2007)

Der Großmeister aller hochbegabten Serienmörder ist ein exzellenter Koch. Und er verwendet nur Fleisch aus artgerechter Haltung.




Jimmy Markum
Mystic River
Gespielt von: Sean Penn (2003)

Der Verlust seiner Tochter und die Geheimniskrämerei sämtlicher Beteiligter treiben den charismatischen Jimmy schließlich zur fälschlichen Selbstjustiz, die einen fassungslosen Zuschauer und einen geläuterten Jimmy zurücklässt.






Vito Corleone
Der Pate
Gespielt von: Marlon Brando (1972)

„Ich mache ihm ein Angebot, dass er nicht ausschlagen kann.“
Unglaublich, wie Watte im Mund, italienische Mode und ein makelloser Haarschnitt einen Godfather aus Marlon Brando gemacht hat.


Lester Burnham
American Beauty
Gespielt von: Kevin Spacey (1999)

Es hat einfach Spaß gemacht, Lester bei der Selbstfindung zuzusehen. Es ist nie zu spät, das Spießbürgertum zu verlassen und zu leben. Spannend ist auch die Entwicklung vom Rest der Familie und dem Nachbarjungen Ricky Fitts.





Derek Vinyard
American History X
Gespielt von: Edward Norton (1998)

Vom Neonazi zu einem erwachsenen Mann, der auf die harte Tour gelernt hat, dass Hautfarbe und die Herkunft keinen Einfluss auf den Wert des Menschen hat. Dereks Geschichte ist so intensiv, dass sie sich in einem festbeißt und lange nicht mehr loslässt.






To be continued...


Mittwoch, 7. März 2012

Slumdog Millionär (2008)

Meine Wertung: 5 von 5 Pfoten






Regie: Danny Boyle
Schauspieler u.a.: Dev Patel (MTV Skins), Freida Pinto (Krieg der Götter), Madhur Mittal, Anil Kapoor (Mission Impossible Phantom Protokoll), Irrfan Khan (Darjeeling Limited)

Trivia:
Das Drehbuch von Simon Beaufoy adaptiert den Roman "Rupien! Rupien!" von Vikas Swarup. Beaufoy weicht in vielen Punkten von der Vorlage ab, so heißt der Protagonist nicht Jamal, sondern Ram. Salim ist nicht sein älterer Bruder, sondern sein jüngerer Freund und anstelle von Kindheitsfreundin Latika verliebt sich Ram mit 17 in die Prostituierte Nita.

Zunächst lehnte Boyle den Film ab, entschied sich dann aber doch dafür, als er erfuhr, dass Beaufoy auch das Drehbuch zu seinem Lieblingsfilm "Ganz oder Garnicht" geschrieben hatte.

Erst nachdem Kritik aus den Medien laut wurde, richteten die Produzenten einen Fond für die Jungdarsteller aus den Slums ein, um ihre Lebenssituation zu verbessern.

Der preisgekrönte Soundtrack wurde in 20 Tagen komponiert.

Mercedes Benz bat darum, dass das Firmenlogo nicht in den Szenen im Slum gezeigt wird.



"Was kann ein Slumdog schon wissen?"



Der kleine Junge Jamal Malik wächst mit seinem älteren Bruder Salim in den Slums von Mumbai auf. Nachdem die beiden bei religiösen Aufständen zwischen Muslima und Hindi ihre Mutter verloren haben, trifft Jamal auf die Waise Latika, mit der ihn direkt eine tiefe Zuneigung verbindet. Nachdem die drei in die Fänge einer Bettlerorganisation gelangen, verlieren sie das Mädchen. Nach einer turbulenten Zeit als fliegende Händler und Betrüger finden die drei wieder zusammen, auch wenn die traute Dreisamkeit nicht sonderlich lang hält – dieses Mal steht Jamal nach Verstrickungen mit kriminellen Machenschaften seines Bruders alleine da. Als junger Mann arbeitet er später in einem Callcenter als Teeservierer. Weil das ganze Land verrückt nach der Sendung „Wer wird Millionär“ ist, entschließt er sich, dort teilzunehmen, in der Hoffnung, dass Latika ihn dort sehen kann und er seine große und einzige Liebe wiederfindet. Dort kann er aufgrund seiner Erfahrungen die meisten Fragen beantworten. Der Moderator der Show führt ihn vor dem Publikum vor und verspottet seine Herkunft. Er beeinflusst Jamal sogar, denn auch er war mal ein gemiedener Slumdog und hat es als einer der wenigen geschafft diesem Hundeleben zu entkommen. Nach der vorletzten Frage ertönt das Signal vom Ende der Sendung und Jamal wird am Eingang von Kommissaren abgefangen, die vom Moderator Prem gerufen worden sind. Als Betrüger wird er gefoltert um ihm zu entlocken, wie er als Slumdog, als Abschaum der Gesellschaft, zu den Antworten gekommen ist.
Wie schlimm das Leben als sogenannter Slumdog sein muss, wird vielfach angedeutet. Und doch kann sich der Mensch aus dem Okzident kaum vorstellen, welche Qualen die vielen Leute erleiden, die zwischen den Wellblechhütten mit Hunger, religiösen Kämpfen und Gewalt hadern. Die, die überleben wollen flüchten sich in die Kriminalität und nehmen dafür in Kauf, die eigene Seele mit bösen Taten zu beschmutzen. So auch Jamals Bruder Salim, der sicher der ambivalenteste Charakter der Geschichte ist. Zwischen skrupelloser Grausamkeit und absoluter Aufopferung für seinen Bruder, weiß man nie, ob man ihn hassen kann oder nicht. Für die drei Hauptdarsteller gibt es gleich jeweils drei Schauspieler, die Jamal, Salim und Latika in verschiedenen Altersklassen darstellen. Durch die Bank wurden diese perfekt besetzt. Der sanfte und aufgeweckte Jamal wird als junger Mann vom MTV-Serienstar Dev Patel gespielt, der in seinen dunklen Augen den Schmerz seines schweren Lebens trägt und einfach perfekt in der Rolle als einfacher Mann mit großem Geist und tiefer Liebe ist. Auch alle anderen Darsteller überzeugen, ob nun als Bösewichte, arglose oder vielschichtige Charaktere.
Die Geschichte läuft nicht Chronologisch ab, sondern wird in der Abfolge der Fragen in Episoden erzählt, die jeweils auch das Geheimnis um die gewusste Antwort lüften. In diesen Episoden zeigt Regisseur Danny Boyle in eindringlichen Bildern ein schmutziges und abgründiges Indien. Die Farben sind kräftig, und wirken nicht nur warm, sondern drückend heiß und stickig. Häufig scheint ein Schleier aus Staub über dem Bild zu liegen. Das Geschehen erscheint mal hektisch und mal andächtig, die Kamera wechselt von der Position als dokumentarischer Beobachter und dynamischer Handkamera. In dunklen Momenten ist sie jedoch barmherzig. Nicht umsonst wurde übrigens auch der Soundtrack mit Oscars ausgezeichnet (insgesamt gab es davon 8!). Die bewegende Musik reißt mit und unterstützt jede Szene in Wechselwirkung mit den Lichtverhältnissen.


Fazit: Die acht Oscars waren verdient. Trotz all der Düsternis dringen immer wieder hoffnungsvolle Lichtstrahlen durch und am Ende steht die Erkenntnis: Glück ist nicht abhängig von Geld, sondern von den Menschen mit denen man sein Leben teilen kann. Und die sollte man niemals aufgeben.

Dienstag, 28. Februar 2012

Goldene Himbeeren



Die Oscars sind jedes Jahr die schillerndste und wichtigste Veranstaltung für alles und jeden, der vor, hinter, und neben der Kamera Rang und Namen hat. Nach einem Gang über den roten Teppich werden die goldenen Trophäen für die besten Filme, Darsteller, Drehbücher, Musik, Kamera, Spezialeffekt und allem, was sonst noch zum Film gehört verliehen.

Gegenveranstaltung ist die "Goldene Himbeere" am Vorabend der Oscars. Kurz "Razzie" (von Raspberry) genannt, steht dieser kleine Preis für die schlechtesten Leistungen aus der Filmbranche. Seit 1981 verleiht die von Cineast John Wilson gegründete Filmkritikervereinigung GRAF die Himbeere in neun festen Kategorien.


RAZZIES: Fun Facts

John Wilson (2009)

Unser guter Uwe Boll (Regisseur will ich in diesem Zusammenhang nicht sagen) erhielt sogar eine Sonderhimbeere in der speziell für ihn eröffneten Kategorie "Schlechtestes Lebenswerk".



 Übrigens: Nur die wenigsten Schauspieler hatten die "Eier in der Hose", ihren Preis auch entgegen zu nehmen. Die prominentesten Beispiele waren Sandra Bullock (für Verrückt nach Steve) und Halle Berry (für Catwoman), die beide mit viel Humor und Selbstironie ihre Beeren entgegen nahmen.

11 Nominierungen für Adam Sandler



RAZZIES: Nominierungen 2012

Aktuell hat Adam Sandler schonmal einen Rekord aufgestellt: Stolze 11 Nominierungen gab es für den Komödienschauspieler. Sein Film "Jack und Jill" findet sich auch in allen anderen Kategorien wieder (sogar der gesamte Cast in "Schlechtestes Ensemble"). Auch der letzte Teil der Twighlight-Vampirschmonzette "Breaking Dawn" ist vielfach nominiert. Die drittmeisten Nominierungen erhielt Michael Bays Haudrauf-Hit Transformers 3.
Verliehen wird der Preis 2012 erstmals am 01.April. Ich bin schon gespannt, wer seinen Preis entgegen nimmt!

Montag, 27. Februar 2012

Pulp Fiction (1994)

Regie: Quentin Tarantino
Schauspieler u.a.: John Travolta (Grease), Samuel L.Jackson (Lakeview Terrace), Uma Thurman (Kill Bill), Bruce Willis (Stirb langsam), Harvey Keitel (Reservoir Dogs), Christopher Walken (Catch me if you can)

Trivia:
Pulp Fiction erhielt 33 Auszeichnungen in verschiedenen Bereichen und war für viele mehr nominiert.

Als Jules Ezekiel 25:17 aufsagt, heißt es “…and you will know my name is the Lord…”, während er in der letzten Szene mit Pumpkin “…and you will know I am the Lord…” sagt.
Keine der beiden Versionen stimmt mit dem Vers in der Bibel überein.

Den hell leuchtenden Inhalt des Koffers, der mit der Zahlenkombination 666 geöffnet wird, bekommt man niemals zu sehen. Viele glauben, es sei die Seele von Obergangster Marcellus Wallace, andere, dass es die Diamanten aus „Reservoir Dogs“ seien. Tarantino selbst sagt, er wisse auch nicht, was sich darin befand. „It is whatever the viewer wants it to be.“, war wohl die genaueste Aussage, die ihm je entlockt wurde.

Viele der Rollen wurden speziell für die Schauspieler geschrieben. So zum Beispiel „The Wolf“ für Harvey Keitel, „Jules“ für Samuel L. Jackson oder „Pumpkin“ und „Honey Bunny“ für Tim Roth und Amanda Plummer.

Vincent Vega sollte von Michael Madsen gespielt werden, der aber aus Zeitgründen absagte. In „Reservoir Dogs“ spielte er bereits Vincent Vegas Bruder Vic Vega.

Im Originalton wird 265 Mal „Fuck“ gesagt.

Fast alle Uhren im Film stehen auf 04.20 Uhr.



"Wem gehört das Motorrad?"
"Das ist n' Chopper, Baby."
"Wem gehört der Chopper?"
 "Zed."
"Wer ist Zed?"
"Zed ist tot, Baby. Zed ist tot.


KRITIK FOLGT!

Coming Soon: Die Tribute von Panem

Ich kann es kaum mehr erwarten und ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin: Im März startet endlich "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" in den deutschen Kinos.

Ich lese momentan den zweiten Teil der hochspannenden Buchreihe von Suzanne Collins. Seit Harry Potter für mich eine der ergreifendsten Jugendbuchreihen, die ich je gelesen habe. Auch wenn es zum Teil recht kommerziell sein mag - die Geschichte um Katniss, Peeta und Gale, die im dystopischen Panem leben, reißt einen einfach mit.

Besetzt wurde der Film mit zum Teil hervorragenden Schauspielern. Katniss selbst wird von der großen Jennifer Lawrence gegeben, die bereits in Winter's Bone gezeigt hat, dass sie auch vielschichtige und ambivalente Charaktere tragen kann, ohne große Kinoeffekte und makellose Maske.
Peeta und Gale werden von Josh Hutcherson und Liam Hemsworth gespielt - beide kenne ich noch nicht und lasse mich überraschen.
Lenny Kravitz wirkt in den ersten Bildern schonmal gut als der besondere Stylist Cinna und Woody Harrelson wird als Mentor und chronischer Säufer Haymitch Abernathy zu sehen sein.

Im Vorfeld haben Hardcore-Fans natürlich schon Krawall geschlagen: Katniss ist zu blass, Peeta hat keine blauen Augen, Effie Trinket ist zu dezent, und so weiter.
Ich denke, dass man niemals allen Fans gerecht werden kann, weil einfach jeder ein anderes Bild im Kopf hat, was ja das Schöne am Lesen ist. Und wenn man einen wunderbaren Schauspieler gefunden hat, der vielleicht nicht die passende Hautfarbe hat, würde ich das auch mal nicht so eng sehen. Gute Performance ist doch wichtiger, oder nicht?

Ich freue mich jedenfalls und bin nach diesem phänomenalen Trailer guter Hoffnung, dass Regisseur Gary Ross einen guten Job macht und Suzanne Collins Töne trifft.

Schaut in den Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=Mj-hTRt0Pi0
Facebook: http://www.facebook.com/profile.php?id=1044318513#!/TributeVonPanem

Montag, 13. Februar 2012

Juno (2007)

Meine Wertung: 5 von 5 Pfoten







Regie: Jason Reitman
Schauspieler u.a.: Ellen Page (Inception), Michael Cera (Scott Pilgrim VS. The World), Jennifer Garner (Elektra), Jason Bateman (Kill the Boss)

Trivia:
“Juno” ist der Name der römischen Göttin der Geburt und Ehe, die in der Mythologie eng mit der griechischen Göttin Hera, der Gattin des Zeus verknüpft ist.

Bei den Satellite Awards gewann der Film im Jahr 2007 in den Kategorien „Beste Hauptdarstellerin (Komödie)“, „Bester Film (Komödie)“ und „Bestes Originaldrehbuch“. Außerdem war Juno für vier Oscars nominiert, gewonnen hat Drehbuchautorin Diablo Cody den Oscar, ebenfalls für das beste Originaldrehbuch.

Im Scary Movie-Ableger „Desaster Movie“ wurde der Film parodiert.


"Nach meiner Erfahrung ist es das Beste, wenn du einen Menschen findest, der dich genau so liebt wie du bist. Gut gelaunt, schlecht gelaunt. Hässlich, hübsch...attraktiv. Wie's gerade kommt. Der Richtige wird trotzdem denken, dass dir die Sonne aus'm Arsch scheint."



Ohne groß darüber nachzudenken ist die Schülerin Juno MacGuff, gerade mal süße 16 Jahre alt, mit ihrem besten Freund Paulie Bleeker ins Bett gestiegen, beziehungsweise auf den Sessel. Und wie das Schicksal so spielt trägt diese Handlung prompt Früchte: Juno ist schwanger. Was tun? Weil Abtreibung keine Option ist (Der Embryo hat doch schon Fingernägel!), beichtet Juno es ihren Eltern und entscheidet sich, das Baby zur Adoption freizugeben.
Das passende Ehepaar ist im Anzeigenblatt „Pennysaver“ schnell gefunden: Das wohlhabende Ehepaar Vanessa und Mark soll es werden. Die beiden versuchen bereits seit 5 Jahren ein eigenes Kind zu bekommen und besonders Vanessa sehnt sich sehr danach, Mutter zu werden. Im Laufe der Zeit und mit Entwicklung der Schwangerschaft entstehen deutliche Spannungen in dem Dreieck Juno-Vanessa-Mark und die eheliche Harmonie bröckelt.

Auf Festivals hat Jason Reitman mit Juno groß abgeräumt – und auch im Kino war der Independent Film recht erfolgreich, betrachtet man die Produktionskosten. Wie kann ein Film, dessen Geschichte sich um ungewollte Teenager-Schwangerschaft, Abtreibung, Adoption und Beziehungsdramen dreht, eine Komödie sein? Bei diesen Thematiken erwartet man ein tränenschweres Drama mit Charakteren, die unter immensen Lebenskrisen zerbrechen und in herzzerreißender Seelendüsternis versinken. Doch Diablo Cody ging mit ihrem Drehbuchdebüt von einer ganz anderen Seite an den Stoff heran. So ruft Juno nach drei Schwangerschaftstests und Unmengen von Orangensaft mit ihrem Hamburger-Telefon ihre beste Freundin an: „Is this for real? Like for real, for real?“

Probleme, die so groß wie Kontinente sind, werden beiläufig, in locker-leichtem Ton von Sprücheklopferfruchtzwerg Juno alias Ellen Page eingeworfen. Hier wird sich mit dem Schicksal abgefunden und das Beste draus gemacht, nicht ohne betont lässig zu bleiben. Um zu zeigen, dass die Protagonisten eben doch traurig, verletzlich und überfordert sind, braucht Reitman keine dominanten Inszenierungen oder tieftraurige Geigenkomposition. Der ganz normale Wahnsinn trifft hier auf die MacGuffs, die eben ihre eigene Art haben, damit umzugehen. Dass zum Beispiel die Gefühle von Kindesvater Paulie Bleeker vollkommen außer Acht gelassen werden, oder dass die Beziehung von Mark zu Juno andeutungsweise pädophile Züge annimmt, passiert ohne großes Tamtam. Gerade diese lässig-leichte Verarbeitung von jugendlicher Schwangerschaft wirkt erfrischend, ohne dass man sich irgendwie auf den Schlips getreten fühlt oder den Machern zu wenig Feinfühligkeit oder mangelnde Achtung vorwerfen könnte.
Die Schauspieler sind durch die Bank perfekt besetzt und verleihen der Geschichte genau den Ton, den Diablo Cody und Jason Reitman mit ihren Bildern und Handlungen vorsehen. Unbefangene und gut gelaunte Gitarrenklänge und warme, kraftvolle Farben mit angenehmem Licht tun ihr Übriges.

Und merkwürdigerweise, nach dem Abspann dieses Teenie-Schwangerschaftsmovies, welches von wunderbar traumverlorenen Gitarrenklängen begleitet wird, fühlt man sich gut. Es ist einer dieser Filme, nach dem sich die Welt irgendwie ein bisschen schöner vorkommt. Vielleicht, weil hier keine der Figuren ein Riesendrama veranstaltet, vielleicht weil Juno so souverän und klug mit ihrem Schicksal umgeht, vielleicht, weil der Anblick von Michael Ceras dünnen, entblößten Joggerbeinen und den Locken unter dem Schweißband so unglaublich herzerwärmend ist. Fest steht: Diesen Film sieht man gern.




Fazit: Ansehen. Meinung bilden. Ich finde "Juno" wunderbar.

Sonntag, 29. Januar 2012

Die Insel (2005)

Meine Wertung: 1,5 von 5 Pfoten





Regie: Michael Bay
Schauspieler u.a.: Ewan McGregor (Ghostwrighter), Scarlett Johansson (Vicky Cristina Barcelona), Sean Bean (Herr der Ringe), Steve Buscemi (Big Lebowski), Michael Clarke Duncan (Green Mile), Djimon Hounsou (Blood Diamond)

Trivia:

Eigentlich sollte die Handlung gegen Ende unseres Jahrhunderts angesiedelt werden, aufgrund der weit entwickelten Forschung entschied sich Michael Bay letztendlich für das Jahr 2015.
Die im Film erwähnte Yacht „Renovatio“ existiert wirklich und stammt aus den Hallen des Herstellers Wally. Bilder: http://www.wally.com/wally-118/
Da sie der Meinung waren, Michael Bay habe die Handlung ihres Films „Parts: The Clonus Horror“ übernommen, verklagten die Regisseure Robert S. Fiveson und Myrl A. Schreibman Warner Bros. und Dreamworks. 



"Wenn du dir unbedingt etwas wünscht, und du bittest darum, ist Gott der, der dich ignoriert."




Man schreibt das Jahr 2015. In einer utopischen, komplett in weiß gehaltenen Wohneinheit erwacht Lincoln Six Echo, unser Protagonist, aus einem wirren Traum. Von einer mechanischen Stimme wird er begrüßt, im Bad wird der Morgenurin analysiert und in seiner Schrankschublade sind makellos weiße Socken, Shirts, Schuhe und Hosen akkurat gefaltet. Seine Wohneinheit gehört zu einer Art Firma, welche die Überlebenden nach einer Horror-Kontaminierung der Erde gerettet hat und ihnen Unterkunft und Arbeit gibt. Die Regeln des vollautomatischen Lebens dort sind simpel und werden aufs Schärfste eingehalten – so darf Lincoln Six Echo zwar eine Freundschaft mit seiner Kollegin Jordan Two Delta pflegen, jedoch niemals in direkten Körperkontakt mit ihr kommen. Das einzige Highlight für die Weißgekleideten ist die Lotterie, die jeden Tag mit Spannung verfolgt wird. Gewinner der Lotterie dürfen auf die Insel umziehen, das letzte noch erhaltene Naturparadies der Erde, ein Privileg, nach dem sich alle sehnen.
Als Einziger scheint Lincoln dem ganzen Braten nicht zu trauen und als er eines Tages auf einem unerlaubten Ausflug eine bahnbrechende Entdeckung macht, wird ihm unmissverständlich klar, dass sein Leben nur aus Schein und Lüge besteht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt – Lincoln Six Echo und Jordan Two Delta fliehen aus der Firma und vor dem Kopfgeldjäger Albert Laurent, der die bestialischen und gnadenlos kapitalistischen Interessen des Drahtziehers und Firmenchefs Dr. Merrick wahren und die beiden zurückbringen soll.


Zunächst einmal ist zu erwähnen, dass ich einem Produkt, auf dem der Name Michael Bay steht, grundsätzlich nicht über den Weg traue. Und auch sonst ist Bays Lebenswerk für den durchschnittlichen Filmkritiker häufig Anlass für gepflegte Verbalentgleisung. Ich muss auch sagen, dass ich keinen Regisseur kenne, der es immer wieder schafft, dass ich mich in irgendeiner Explosion mit emsig laufenden und erbittert kämpfenden, aber sonst gesichtslosen Protagonisten wiederfinde und nicht mehr genau weiß, worum denn eigentlich gerade gekämpft wird. Letztendlich kann es Bay jedoch schnuppe sein – denn seine Filme sind Blockbuster und kommerziell erfolgreich, auch wenn kaum einer offen zugibt die Streifen wirklich zu mögen.
In den ersten Momenten von „Die Insel“ kam ich nicht umhin mich zu fragen: „Michael? Bist du es wirklich?“ Es explodierte nichts, keine debil-lasziv blickende Hollywoodschönheit floh vor der Kulisse eines in dramatischer Slowmotionmanier in sich zusammenfallenden Gebäudes. Stattdessen wird eine ruhiges, klares Set gezeigt, welches die steril-futuristische Umgebung von Lincoln Six Echo und die Idylle, unter der stets das Gefühl von Kontrolle und brodelnder Verschwörung simmert, auf überzeugende Weise rüberbringt. Dazu gern gesehene Schauspieler wie Ewan McGregor, Sean Bean (der hier mit Gel-Haaren und einer markanten Brille einem unbestimmten Ex-Verteidigungsminister ähnelt) und die oft unterschätzte Scarlett Johansson, doch leider müssen alle sehr eindimensional bleiben. Einzig das (in dem Fall leider kurze) Wiedersehen mit Steve Buscemi macht mir wirklich Freude.
Zunächst wird mit schrittweisen Andeutungen immer nur leicht an dem Deckmantel gezupft, unter dem Dr. Merrick alias Sean Bean seine fiesen Machenschaften verhüllt und dieser Part des Films weiß wirklich zu gefallen, zumindest was mich betrifft. Doch sobald es mit purer Andeutung vorbei ist und Lincoln mit Jordan flieht, betritt Michael Bay wieder sein geliebtes Terrain: Nebencharaktere werden verheizt, man fällt von einem Wolkenkratzer während ein bis an die Zähne bewaffneter Heli auf die Fliehenden zielt. Ebenfalls ein Manko: Bay scheint immer wieder zu vergessen, dass er die Karriere als Werbespot-Regisseur bereits hinter sich hat, denn vor lauter Product-Placement, weiß man manchmal nicht, ob man sich hier nicht doch in einem Commercial-Break befindet.
Schade ist das besonders, weil so die gute Story um die Verschwörung nur noch beiläufig eingestreut wird. Auch wenn die Thematik um Stammzellenforschung, Klone, Leihmutterschaft und letztendlich auch dem menschlichen Ersatzteillager nicht neu ist, so hätte sie konzentrierter verarbeitet doch ein sehr guter Film werden können, denn in den stillen Momenten liegen die Stärken von „Die Insel“ verborgen. Leider sind diese Einschübe wirklich nicht mehr als das, charaktertiefe und einen ausgeklügelten Plot sucht man vergebens.



Fazit: Für Fans von glattgebügelter Popcorn-Action und Michael Bay-Konfektionsware eine eindeutige Empfehlung. Für alle anderen: Nur ansehen, wenn man auch darüber hinwegsehen kann. Die eineinhalb Pfoten gibt’s dafür, dass es, zumindest angedeutet, dieses Mal eine nicht uninteressante Handlung gab. Ob das ein Versehen war?